Momentaufnahmen | 2024




Multimediale „Fundstücke“ geben weitere Einblicke in die Komplexität und Vielschichtigkeit der Geschehnisse von Monaten eines weiteren Jahres. Es sind kleine Puzzlestücke, die dazu beitragen, das Gesamtbild im Kontext von Vergangenheit und Gegenwart zunehmend mehr zu vervollständigen.

Im Rahmen der Veranstaltungen zum 100. Orchesterjubiläum hatte das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin an seinem ehemaligen Standort, dem in Oberschöneweide gelegenen Funkhaus, vom 14. bis 16. Juni 2024 ein Festival geplant. Mehr zu den Gründen der Absage ist zu erfahren auf der Website des RSO ...

In diesem Kontext sei an das Jahr 2015 erinnert. Am 30. Mai hatte der Rundfunkchor Berlin anlässlich seines 90-jährigen Bestehens noch das Glück, sein Jubiläumsprojekt „Liberté“ in den großen Aufnahmesälen eins und zwei zelebrieren zu dürfen. In Sälen, die sich in einem auf seine Art weltweit einzigartigen Produktionskomplex befinden. Zum Rückblick ...

15.05.1964 – 5 Uhr, eine Sonderredaktion des Rundfunks der DDR sendete 99 Stunden bis 19.05.1964 um 8 Uhr als „Sonderstudio Deutschlandtreffen“ nonstop vom Deutschlandtreffen der Jugend zu Pfingsten 1964 eine Art Serviceprogramm für die Teilnehmer und Gastgeber. „Sechs Schnell-Reportagewagen, eine schwimmende UKW-Station, 20 Sprechstellen für Originalsendungen, ein gläsernes Sonderstudio, eine motorisierte Tanzkapelle, ein Kundendienst, der auf jede Frage antwortete, waren aufgeboten.“, berichtete die Programmzeitschrift FF. Rund sechs Wochen später ging DT64 als Jugendstudio beim Berliner Rundfunk in den Regelbetrieb über. 1986 entstand daraus das Jugendradio DT64.

Nach 60 Jahren sei an den "Sondersender DT64" erinnert, der in den Tagen des "Deutschlandtreffens der Jugend" 1964 in Berlin erstmals auf Sendung ging. Aus diesem damals temporären Programm entstand das spätere legendäre Jugendradio DT64. Mehr dazu in einem Feature von Jürgen Balitzki: Beat und Propaganda – DT64 | AL | Erstausstrahlung 2014 | Online bis 19. April 2025


Mit dem Erwerb des Grundstücks Rummelsburger Landstraße 34-62 startet das Berliner Unternehmen Trockland eine interessante Projektentwicklung. Angedacht ist die Sanierung und Wiederbelebung der charakteristischen Architektur des ehemaligen und so genannten Blockes E-R, in dem Ateliers und Studios für die Kreativwirtschaft eine neue Heimat finden sollen. Auf der Grundlage eines vorhaben bezogenen Bebauungsplans werden außerdem acht neue Gebäude entstehen. Diese werden als individuelle Elemente vor dem Bestandsgebäude errichtet, womit eine offene, grüne Campusstruktur mit hoher Aufenthaltsqualität auf dem weitläufigen Areal geschaffen wird. Die acht neuen Häuser werden Ateliers, Workshop-Räume, zeitgemäße Beherbergungsangebote sowie eine Vielzahl flexibler Office-Flächen bieten, die für kreative und kommerzielle Nutzungen und Bedürfnisse ausgelegt sein werden. Quelle: Jessica Esser | Head of Communication


Nach jahrzehntelangem Engagement hat sich Wolfhard Besser, ehemaliger DDR-Rundfunkjournalist, im Alter von 86 Jahren von seiner Rolle als Führer durch den denkmalgeschützten Teil des ehemaligen DDR-Rundfunkzentrums in der Nalepastraße verabschiedet. Für seinen wertvollen Einsatz über 17 Jahre hinweg sei ihm an dieser Stelle ganz besonders gedankt.

Seit April 2024 wird diese Aufgabe auch von Matthias Thalheim mit übernommen und fortgesetzt. Thalheim war seinerzeit im DDR-Rundfunk als Dramaturg und Regisseur in der Hörspiel- und Featureabteilung tätig. In dem Zusammenhang sei der Hinweis gestattet, dass neben den regulären Führungen das Funkhaus Berlin auch flexible Führungen für Gruppen ab zehn Personen anbietet. Interessenten, die dabei von der ehemaligen Musikredakteurin Elisabeth Heller, Zeitzeugin und Herausgeberin dieser Website, oder von Zeitzeuge Matthias Thalheim geführt werden möchten, sollten diesen Wunsch bei der Anmeldung explizit angeben. Auf der Website des heutigen Funkhauses Berlin weitere Details ...



DRA in Babelsberg | Foto: Wolfhard Besser

Einst in der Nalepastraße produziert – jetzt in Babelsberg archiviert

Das Septemberheft 2023 „jot.w.d.“ erinnerte auf Seite 16 an ein denkwürdiges Ereignis vor 100 Jahren – an die Gründung der ersten deutschen Radiostation am 29. Oktober. Und zwar in Berlin. In den darauffolgenden Monaten begannen weitere Rundfunkstationen ihre Sendetätigkeit – wie zum Beispiel der Mitteldeutsche Rundfunk in Leipzig am 1. März 1924. In diesen 100 Jahren haben sich in den Archiven der deutschen Rundfunkanstalten viele wertvolle Musikaufnahmen, historische Tondokumente und andere Archivalien angesammelt; auch im DDR-Rundfunk in der Nalepastraße. Was ist aus den umfangreichen Beständen des DDR-Rundfunks nach dessen erzwungener Abwicklung Ende Dezember 1991 geworden? Antworten darauf gibt Zeitzeuge Wolfhard Besser ...



LeseProbe auf der Website des Verlages

DT64 · Podiumdiskothek · COVERland

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Fünf Jahrzehnte erlebte Radiogeschichte – von Stefan Lasch und damit von einem Insider erzählt. Der Autor begibt sich auf eine biografische, technische und politische Zeitreise vom analogen Staatsrundfunk zum digitalen Bürgerradio. Die persönliche Erinnerung ist dabei unterhaltsam angereichert mit bisher nicht veröffentlichten Dokumenten, fast vergessenen Fakten, Zeitzeugenaussagen und zahlreichen Abbildungen.

Stefan Lasch, damals noch Tonmeister-Student an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin und »Schallplattenunterhalter«, erlebte am 19. Juli 1973 eine Premiere: seine erste eigene Sendung, die »DT64-Podiumdiskothek«. An diesem Tag wurde Radio seine Leidenschaft.

Mit der Sendung »COVERland – musikalische Nachspiele« ist er heute noch on air. 

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50 Jahre Radio – Buchpräsentation am 08.03.2024 | Beitrag dazu von Joachim Dresdner



Im Februar 2024 präsentiert die ARD-Audiothek zwei Hörspielproduktionen aus den Jahren 1985 und 1986. Matthias Thalheim, ein Zeitzeuge und damals daran Mitwirkender, möchte daran erinnern und zum Hören einladen.

1986: Rundfunkproduktion der DDR mit Götz Schulte, Steffen Mensching, Bärbel Röhl, Ruth Glöss, Heide Kipp, Hans-Joachim Hanisch u. v. a. | Hörspielbearbeitung: Matthias Thalheim | Regie: Joachim Staritz: Erich Kästner: Fabian oder: Der Gang vor die Hunde

1985: Rundfunkproduktion der DDR | Das Buch wurde 1985 von Matthias Thalheim als Hörspiel für den Rundfunk der DDR bearbeitet. Dramaturgie: Heide Böwe, Musik: Thomas Natschinski, Regie: Barbara Plensat, mit Kurt Böwe (Erzähler), Ulrike Krumbiegel (Claire), Gunter Schoß (Wolfgang), Georg Helge (Kastellan), Dagmar Manzel (Lissy Aachner). Die Produktion war 1987 der DDR-Beitrag zum Prix Italia: Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte - Nach Kurt Tucholsky | siehe auch Wiki-Eintrag



Im Block C gab es zu DDR-Rundfunkzeiten einen kleinen Raum für eigene "Abhörgruppen". Diese setzten sich zusammen aus Produzenten, Tonmeistern, Toningenieuren und Musikredakteuren, die gemeinsam an einer Vielzahl von Projekten – von Musikaufnahmen über Hörspiele und Features bis hin zu musikalisch-feuilletonistischen Sendungen – arbeiteten.

Star1 in den Achtzigern | Foto: J. Meinel

Star1 2024 | ubriks-music

Der Referenz-Abhörraum, einst entworfen von dem Akustiker Kurt Huhn und Wolfgang Lau, dem Cheftoningenieur der Studiotechnik Rundfunk, verfügt über ein Volumen von 150m³. Diese Größe und Form sind ideal, um Klang besonders gut zu übertragen – ein Effekt, der bis heute anhält. Ursprünglich mit 20 Plätzen ausgestattet, nutzt der Raum spezielle Materialien, die unerwünschte Echos dämpfen. Alles im Raum ist symmetrisch angeordnet, was dazu beiträgt, dass man verschiedene Töne gleichzeitig von verschiedenen Seiten besonders klar und ausgewogen hören konnte/kann.

Seit 2020 arbeitet das junge Team um Jan Ubriks im eigens restaurierten Studio Star 1. Dazu vertiefende Gedanken von Jan Ubriks:

Zu Beginn des Jahres 2024 winterliche Impressionen vom Gelände des früheren DDR-Rundfunkzentrums mit einem Rückblick auf die Momentaufnahmen 2023

Wechselbanner mit Blicken auf die einzelnen Blöcke auf dem Gelände des früheren DDR-Rundfunkgeländes | © Elisabeth Heller | Gelände-Übersicht


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