Momentaufnahmen | 2022




25. 01. 2022 | Empfehlung für ein Buch - geschrieben von einem Zeitzeugen

Am Anfang stand der Buchtitel

Ehrlich gesagt, ich hatte keine Lust, hier noch einmal zu schreiben, weil mich die Beschäftigung mit der Vergangenheit maßlos aufregt. Aber dann las ich in der „Berliner Zeitung“ etwas über Elisabeth Heller und Gislinde Heidschmidts Reaktion darauf. Ich rief Frau Heller an, der ich ganz sicher im weiträumigen Komplex des Funkhauses in der Nalepastraße zig Mal begegnet bin. Aber unter den über 3.000 Rundfunkmitarbeiterinnen und -mitarbeitern kannten wir uns nicht, zumal sie bei Radio DDR I und ich im Deutschlandsender, den man 1971 in „Stimme der DDR“ umbenannte, gearbeitet habe. Also, wir trafen uns und ich übergab ihr mein 2016 im BoD-Verlag erschienenes Buch „Im Windkanal“. Das ist die Vorgeschichte zu dem, was ich hier u. a. schreibe:

"Das Schnelllebigste ist die Zeit. Man kann sie nicht anhalten. Darin liegt die Gefahr, dass vieles vergessen wird, was wichtig erscheinen mag. Ich musste mich beeilen, dieses Buch zu schreiben, weil auch ich dieser Zeitmaschine ausgesetzt bin. Als Journalist, der in der DDR aufgewachsen ist, gehöre ich zu jener Generation im Osten, die man auch 'Testgeneration' nennen kann – daher der Titel des Buches 'Im Windkanal'. Seit der einseitigen Wendezeit beschäftigt mich der missliche Umstand, dass Leute verschiedener Couleur, die die DDR gar nicht erlebt haben, glauben, 'unsere Vergangenheit bewältigen' zu können oder zu müssen. Hier schreibt ein 'Ossi' gegen das Vergessen aus seiner ganz persönlichen Erlebniswelt heraus. Vielleicht hilft das Buch, nachdenklich zu werden – das wäre mein Ziel." Zitat: Walter Vorwerk | Lesen Sie bitte weiter: Walter Vorwerk "Im Windkanal" | * Siehe ....



"Schließlich kommt es im Spätsommer 1952 zur vollständigen Abriegelung des Haus des Rundfunks in Charlottenburg und das Funkhaus Grünau übernimmt für kurze Zeit gemeinsam mit dem MDR die Rundfunkversorgung der inzwischen gegründeten DDR. Die Regierung hatte 1950 verfügt, ein eigenes zentrales Rundfunkzentrum in der Nalepastraße zu errichten, das im Herbst 1952 in Betrieb gehen kann. " Zitat von Zeitzeuge Wolfhard Besser | Der Beitrag mit der Frage danach, was aus der Berliner Regattastraße 277 wird, ist Teil der jot w.d. 1/2022er Ausgabe 305. Ein Klick auf das beigefügte Abbild lädt zum Lesen des vollständigen Artikels ein:

Ehemaliges Funkhaus – Domizil von Geheimsendern und Fernsehballett – verrottet | Bei der im Titel genannten Adresse handelt es sich nicht um das einst beliebte Grünauer Ausflugsziel Gesellschaftshaus Grünau bzw. Riviera. Das Grundstück 277 liegt etwas weiter östlich am Ende der Regattastaße. Wer als Wanderer dort vorbeikommt auf dem Weg in den Grünauer Forst oder per Straßenbahnlinie 68 in Richtung Karolinenhof/Schmöckwitz unterwegs ist, schaut auf ein ruinöses Backsteinhaus, das unter Denkmalschutz steht. Dieses einst bemerkenswerte Gebäude hat ein bewegtes Leben hinter sich ...



07.01.2022 | M - Der Medienpodcast

Ein spannendes Stückchen deutscher Hörfunkgeschichte liefert der aktuelle Medienpodcast. Im Fokus: der DDR-Radiosender DT 64. Der beliebte Jugend-Funk rang nach dem Mauerfall um seinen Erhalt. Tausende gingen im Osten Deutschlands auf die Straße – 10.000 allein am 16. November 1991 in Dresden. 1993 kam DT64 zum MDR und wurde in „Sputnik“ umbenannt. Einer der dabei war, ist Jörg Wagner, heute bekannt als Moderator des RBB-Medienmagazins bei radioeins. M sprach mit ihm über das, was in den Wendejahren geschah und was vielleicht auch hätte anders laufen können: Jugend-Radio DT64 – Propagandist und Avantgarde



3.1.2022 | Vor 30 Jahren, am 31. Dezember 1991 endete die Geschichte des Rundfunks der DDR. Wie funktionierte dort der Elitenwechsel? Mit welchen Argumentationen wurden Ostdeutsche von Leitungsfunktionen ausgeschlossen und wie wurden ostdeutsche Einrichtungen stillgelegt? Ein Erfahrungsbericht aus Berlin und Brandenburg von Frauke Hildebrandt: "Affirmative Action" im Osten | Hintergründe, Einwandstypen und Stand der Dinge

HörTipp: Zeitzeuge Jörg Wagner | Medienmagazin vom 2.1.2022: Rundfunkwende - Wie der Artikel 36 den Weg für den ORB ebnete | AL





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