Momentaufnahmen | 2022




SreenCollage als Link zur ARD-Mediathek

Musikredakteur:innen im DDR-Rundfunk waren dazu angehalten, Hörfunksendungen anteilig bis zu 60 Prozent mit Musiktiteln zu füllen, die ihren Urprung in der DDR, der Sowjetunion oder anderen Volksdemokratien hatten. Daran erinnert nach über drei Jahrzehnten auch noch mal die ehemalige Moderatorin und Musikproduzentin Claudia Perez in der filmischen Dokumentation Unter Brüdern - Rock & Pop aus dem Ostblock von Michael Rauhut und Tom Franke - erstmals ausgestrahlt im RBB am 29. November 2022 und abrufbar bis 29.11.2023 in der Mediathek.

Musik aus den osteuropäischen „Bruderländern“ kam gut an beim hörenden DDR-Volk. Selbst die vom Rundfunk der DDR als damals größter Produzent von Rock & Popmusik produzierten deutschen Versionen. Allgemein betrachtet wirkten die Musiker:innen inbesondere aus Ungarn und Polen viel weltoffener.

Passend dazu der Zeitreisen-HörTipp für Aus den Archiven - "Beatkiste" sowie der LeseTipp für "Beatkiste" (Wiki-Eintrag) | Musikredakteur:innen im DDR-Rundfunk



Im Rahmen des »Soundwatch Music Film Festivals« kommt am 11. November 2022 im Zeiss-Planetarium der Film »Subharchord – A Future That Never Happened« zur Aufführung. Im Anschluss daran zeigt die Regisseurin Ina Pillat noch Ausschnitte von Filmen, die mit dem Subharchord vertont wurden.

Ankündigung des Veranstalters: "Im technologischen Wettlauf zwischen Ost und West wollte die ehemalige DDR auch einen Beitrag leisten – und schuf das Subharchord. Bei diesem elektronischen Gerät handelt es sich um einen Tongenerator.

Sein Sound gilt heute als retrofuturistisch. In der DDR der 1950er Jahre erfunden, ist es ein Symbol für den Kampf zwischen Sozialismus und Kapitalismus im Kalten Krieg und typisch für den systemübergreifenden Optimismus der Moderne. Die state-of-the-arts-Technik wurde fürs Fernsehen verwandt und in avantgardistischen Zeichentrickfilmen eingesetzt. Aber was geschah dann? Mehr als ein halbes Jahrhundert später, in unserer Gegenwart, reist Gerhard Steinke, der ursprüngliche Initiator der Subharchordentwicklung, nach Norwegen, um eines der wenigen noch existierenden Instrumente wiederzufinden und etwas über seine Vergangenheit zu erfahren – und über seine mögliche Zukunft." Details ... | HörTipp: "Geschichte des Subharchords | Subharmonische Mixturen aus Ostberlin" | Deutschlandfunk Kultur Juli/22



AMIGA: Vinyl-Sound des Ostens | Gesprächsabend mit Prof. em. Dr. sc. phil. Peter Wicke, Musikwissenschaftler und Musikmanager Jörg Stempel:

AMIGA war seit seiner Gründung 1947 das einzige Label der DDR für Unterhaltungsmusik aller Art. Das Spektrum reichte vom Schlager über Jazz und Folk bis hin zu Beat, Rock und Pop. Die über 7.000 LPs und Singles sind ein Spiegel der Kulturgeschichte der DDR. Sowohl die Eigenproduktionen als auch die Lizenzpressungen sollten aber nicht nur Geld einspielen, sondern waren oft auch ein Politikum. Peter Wicke und der letzte »Amiga«-Chef, Jörg Stempel, bewegen sich mental im DDR-Museum entlang der neuen Online-Publikation zur "Rockmusik" über den Vinyl-Sound des Ostens.

Wiedervereinigung in der Musik | Talk zu "75 Jahre AMIGA" im Funkhaus Berlin | Max Herre & Dexter treffen Musiker:innen aus der DDR:

Rapper Max Herre und Produzent Dexter haben gemeinsam die Jubiläumsausgabe der beliebten „Hallo“-Samplerreihe auf dem DDR-Label Amiga kuratiert. Für unsere neue Titelstory treffen sie auf Musiker:innen aus der damaligen Zeit. Beispielsweise die Jazz- und Soul-Sängerin Uschi Brüning, der AMIGA-Nachlassverwalter Jörg Stempel, der Jazzpianist, Holzbläser und Komponist Günther Fischer, Rockmusiker Henning Protzmann sowie Schriftstellerin Gisela Steineckert. Weiterer AnschauTipp: 75 Jahre AMIGA | hallo 22 – DDR Funk und Soul 1971-81



"Kleiner Rundgang im Block E" mit historischen Sequenzen vom 30.12.1991 | Zeitzeuge Jörg Wagner: In den Sechziger Jahren gebaut und u. a. von Radio DDR, Berliner Rundfunk, Jugendstudio DT64, der Hauptabteilung Nachrichten und Außenpolitik bezogen, stand der Block E auf dem Gelände des DDR-Rundfunks, der am 31.12.1991 aufgelöst wurde, mit dem Auszug von DT64 nach Halle/Saale 1993 leer. Interessenten gab es nur für die älteren Klinkergebäude Block A, B und D, die unter Denkmalschutz stehen. Im August 2022 kam die Meldung nach fast 30 Jahren Leerstand und einer totalen Entkernung, dass die Trockland Management GmbH den Block E und etwas Gelände drumherum erworben hat. Sie plant einen „Funkytown Campus“.



Collage: © Elisabeth Heller

"Heimspiel" für Mieter Nils Frahm im Saa1 des Funkhauses Berlin

"Für mich ist die Suche nach einem besser klingenden Raum vorbei. Hier drinnen fühlt es sich an, als gäbe es keine Kompromisse ... " So sinngemäß der Ausnahmekünstler Nils Frahm, langjähriger Mieter des Aufnahmestudios 3 im großen Produktionskomplex des Funkhauses in der Nalepastraße. In einem seiner zahlreich nachhör- und nachschauenden Interviews zum "Saal 3" betont er immer wieder, dass darin noch auf eine Art aufgenommen werden kann, wie man es sich heute gar nicht mehr vorstellen kann. Dieser Raum - ursprünglich für kleine Kammermusik-Ensemble „designt“ - hat verschiedene Wandverkleidungen und Oberflächen, die sich noch mal alle extra an verschiedenen Seiten des Raumes voneinander unterscheiden. Berechnungen, die Anfang der 50er des letzten Jahrhunderts noch ohne Computer ausgeführt wurden, sorgen bis heute für eine perfekte Ton-Diffusion-Balance. Wenn im Raum ein Instrument gespielt wird, bleibt es deshalb unerheblich, ob das Mikrofon dichter oder auch sehr weit stationiert ist. Das Resultat wird letztendlich immer phantastisch klingen. Fachliche Details sind auch im einzig vorhandenen Buch zum Produktionskomplex B "Der Raum ist das Kleid der Musik" nachzulesen. Gerhard Steinke wurde von Nils Frahm persönlich zu seinem ersten stattfindenden Live-Konzert nach der Pandemie in den großen Saal eingeladen. Damit war er zweifellos der im Herzen jung gebliebene Älteste im Publikum an diesem 22. September 2022 im Funkhaus Berlin. Lesen Sie bitte weiter ...



Hans Jürgen Börner, Journalist und noch bis kurz vor dem Mauerfall ARD-Korrespondent in der DDR, stellte am zweiten Juni '22 während eines Online-Gesprächs zum Thema "Journalistische Erfahrungen in Ostdeutschland vor und nach 1989/90" u. a. die Frage, wie es denn sein könne, dass die positiven und revolutionären Kräfte in der DDR aufgegeben haben. "Ich kann mir im Westen nicht so eine taffe Gesellschaft vorstellen, wie sie zum Ende der DDR war. Die schlichtweg Reformen verlangt hat und den Umsturz gemacht hat. Da ist mir auch nicht die Forschung noch längst nicht am Ende. Wie konnte es sein, dass versickerte - das nicht nur starke Pflänzchen, die starke DDR-Revolution versackte und versandet ist? Wenn mir da mal ein Professor ein Buch vorlegen würde, wäre ich sehr glücklich."

Sylvia Dietls Buch „Transformation und Neustrukturierung des DDR-Rundfunks im Prozess der Wiedervereinigung Deutschlands | Akteure, Interessen, Prozesse“ könnte vielleicht so eines sein?

Erschienen 2022 beim Utzverlag - siehe auch "LeseTipps" ...



V.l: Elisabeth Heller, Gisela Zimmer, Ulrike Hempel | Fotos: © Gabi Kotlenko

3. September 2022 | Führung mit anschließender Gesprächsrunde mit Zeitzeuginnen

Führungen durch das Funkhaus Berlin gibt es seit 2007. Zum ersten Mal fand eine solche am "Tag des offenen Denkmals" am 9.9. 2007 statt. Von da an wurden sie in den folgenden Jahren jeweils am ersten September-Wochenende fortgeführt - später nach Bedarf. Auf Bitten der damaligen "Keshet Geschäftsführungs GmbH & Co. Rundfunk-Zentrum Berlin KG" wurden sie von ehemaligen Rundfunk-Mitarbeiter:innen, die sich zu einer ver.di-Seniorenbetriebsgruppe zusammengeschlossen hatten, übernommen. Seither waren die ehemalige Runfunk-Journalistin Helga Deglmann, der ehemalige Rundfunk-Journalist Wolfhard Besser sowie ab und an auch aushilfsweise die Musikredakteurin Elisabeth Heller als sachkundige Führer:innen mit dabei. Wolfhard Besser hilft übrigens immer noch dann aus, wenn der Marketing-Manager vom heutigen "Funkhaus Berlin", Christian Block, nicht selbst durch Häuser und das Gelände in der Nalepastraße führen kann.

Die für den 3. 9. 2022 von der Rosa-Luxemburg-Stiftung organisierte Gesprächsrunde, die sich der Führung mit Christian Block anschloss und von Ulrike Hempel moderiert wurde, fand in einer Räumlichkeit statt, in der sich zu DDR-Rundfunkzeiten im Erdgeschoss des D-Blocks ein HO-Lebensmittelladen befand.

14 Momentaufnahmen vom 3.9.2022 im Wechselbanner | Fotos: © Elisabeth Heller | Fotovergrößerung per Doppelklick


Foto: © Trockland Funkytown

Im August 2022 ist zu erfahren, dass mit dem Erwerb des Grundstücks Rummelsburger Landstraße 34-62 das Berliner Unternehmen Trockland die 40.000 m² Campus-Entwicklung am Funkhaus Berlin startet. Angedacht ist die Sanierung und Wiederbelebung der charakteristischen Architektur des ehemaligen und so genannten Blockes E-T, in dem Ateliers und Studios für die Kreativwirtschaft eine neue Heimat finden sollen. Auf der Grundlage eines vorhaben bezogenen Bebauungsplans werden außerdem acht neue Gebäude entstehen. Diese werden als individuelle Elemente vor dem Bestandsgebäude errichtet, womit eine offene, grüne Campusstruktur mit hoher Aufenthaltsqualität auf dem weitläufigen Areal geschaffen wird. Die acht neuen Häuser werden Ateliers, Workshop-Räume, zeitgemäße Beherbergungsangebote sowie eine Vielzahl flexibler Office-Flächen bieten, die für kreative und kommerzielle Nutzungen und Bedürfnisse ausgelegt sein werden. Quelle: Jessica Esser | Head of Communication I Public & Investor Relations | Stand August 2022 | Weitere Informationen unter der Rubrik "Zuständigkeiten"



Bei Klick öffnet sich die LeseProbe.

Die Zeitzeugin, Mitautorin des Buches "Der Raum ist das Kleid der Musik" und Ingenieurin Gisela Herzog arbeitete Anfang der 50er Jahre des letzten Jahrhundert mit einem Mann zusammen, über den 38 Jahre nach seinem Tod im Jahr 2022 ein biographischen Essay erscheint. Es sei an dieser Stelle drauf verwiesen, weil das Funkhaus Nalepastraße als sein berühmtestes Werk darin eine nicht geringe Rolle spielt.

Im Buch "Gefangen in der Titotalitätsmaschine | Der Bauhäusler Franz Ehrlich" begeben sich der Designtheoretiker Friedrich von Borries und der Historiker Jens-Uwe Fischer auf die Spuren des Bauhäuslers Franz Ehrlich. Dabei reflektieren sie über die Widersprüche in seiner Biographie sowie die Ambivalenzen und den Totalitätsanspruch der Moderne. Begonnen hatte Franz Ehrlich am Bauhaus in Dessau. 1937 wurde er als Widerstandskämpfer ins KZ Buchenwald gebracht, wo er das Tor mit der Inschrift »Jedem das Seine« gestalten musste. In der DDR nahm Ehrlichs Karriere Schwung auf – aber sein umfassender Geltungsanspruch kollidierte mit den politischen Leitlinien.

Empfohlen sei auch ein Beitrag von Julian Ignatowitsch als HörTipp über "ein gut lesbares Porträt eines Mannes und seiner Profession, geprägt von der deutschen Geschichte und den verhängnisvollen Totalitarismen. Gründlich recherchiert, transparent aufbereitet und nüchtern geschrieben." vom 25.07.2022: Moderner Minimalismus aus dem KZ | AL || Weiteres unter "LeseTipps" auf dieser Website



Im Sommer 2022 kann auf ein besonderes Fundstück aus dem Jahre 1990 verwiesen werden - digitalisiert und freundlicherweise von Andreas Knedlik der Website zur Verfügung gestellt: 1990 gemeinsam auf Sendung

Möglich machte das damals noch außergewöhnliche Radioereignis Alain Forotti. War er doch seinerzeit einer der wenigen überhaupt gewesen, der als "Westler" schon damals gut vertraut war mit der Musik aus dem Osten und bereits Kontakt zum DDR-Rundfunk hatte.

Über drei Jahrzehnte später lassen ausgewählte Wort-Passagen nur noch ansatzweise erahnen, wie besonders diese erste gemeinsam moderierte Samstagabend-Unterhaltungssendung - SR1 & Radio DDR I - nach dem Fall der Mauer war.

Bernd Duszynski & Peter Niedziella | Foto: © SR | Quelle: Bernd Duszynski Memorial Page

Weblink zum YouTube-Video Top 2000 D

Aber auch in Jörg Wagners Blog "Mein DT64 | Chronik" sind weitere Fundstücke zu finden, die als Mosaiksteinchen so wichtig sind und bleiben für ein Gesamtbild. Ebenso wie auf dieser Website unter den jeweiligen "Momentaufnahmen" .

Beispielsweise verweist Jörg Wagner neben der ersten deutsch-deutschen Radio Gemeinschaftssendung am Morgen des 20.November 1989 - SFB2-Morgenecho + DT64-Morgenrock - auch auf die die "Live-Funkbrücke DT64-„Riff“, dem Jugendmagazin vom WDR Köln Uhr am 1. Januar 1990 zwischen 15:00-16:00 Uhr. Oder auch auf die erste Gemeinschaftssendung mit dem Berliner Privatsender Radio 100 am 23. Januar 1990.

Im August 1990 wurde die längste Hitparade der Welt ausgestrahlt - eine einwöchige Gemeinschaftssendung zwischen SDR 3 und DT64: Top 2000 D



Jörg Wagner - von 1987 bis 1993 Redakteur und Moderator bei DT64 - geht am 1. Juli 2022 mit einem weiteren Video auf seinem Kanal online. Er beschreibt den Inhalt so:

Was: DT64-Innenansichten vor dem Wechsel auf UKW am 01.07.1992 | Wann: 27./30.06./01.07.1992 | Wo: Funkhaus Berlin, Nalepastraße; Großer Glubigsee | Wer: DT64-Kollektiv || Weiterlesen und -schauen ...

VERGANGENHEIT trifft ZUKUNFT | 22. bis 23. Juni im Funkhaus Berlin:

Im ehemaligen "Fuhrpark" des DDR-Rundfunkzentrums und heutigen "Shedhalle" findet zwei Tage lang Europas Business-Tech-Festival statt, bei dem globale CEOs, Unternehmen, Politiker und Experten aus ganz verschiedenen Branchen zum Austausch zusammenkommen: hub.berlin

Jörg Wagner - von 1987 bis 1993 Redakteur und Moderator bei DT64 - erinnert am 20. Juni 2022 an:

Was: Kleines Making-of von “Superradio 2000 O”, einem Livehörspiel kurz vor dem Ende von Jugendradio DT64 als UKW-Radio, das die Programme vorwegnehmenderweise parodierte, die ab 01.07.1992 die DT64-UKW-Frequenzen übernahmen || Weiterlesen und -schauen ...



Sreenlink zur Website von Nils Frahm

Am 29. März, dem 88. Tag des Jahres, ist "Piano Day". In einem NDR-Interview spricht Initiator Nils Frahm - inzwischen langjähriger Mieter des Studios 3 im Produktionskomplex B des Funkhauses - über Klangfarben, das größte Klavier der Welt und warum er beim Spielen gerne mit dem Kopf wackelt: Ein Instrument für die Arche Noah

Gleichermaßen sei an dieser Stelle der Verweis darauf gestattet, dass Nils Frahm ab diesem Sommer 2022 wieder weltweit auf Tour gehen wird, um dabei seine brandneue Musik zu präsentieren, die sich zwischen den Welten von Experimental, Ambient und Electronica bewegt.

Das Funkhaus Berlin freut sich natürlich ganz besonders darüber, dass der Mieter des Studios 3 im B-Block an folgenden Terminen auch im großen Aufnahmesaal 1 gleich drei Konzerte geben wird: am 22., 23. und 24. September 2022 || Tel.: +49 561 350 296 28 - 0 | hallo@tickettoaster.de



25.03.2022 | RBB Inforadio | Beitrag von Corinne Orlowski: "Power von der Eastside! DT64": Ausstellung in der Brotfabrik

24.03.2022 | RBB Kultur | Der Tag berichtet über die Ausstellung "Power von der East­side! DT64 – Das Jugend­ra­dio und sei­ne Bewe­gung" in der Berliner Brotfabrik: "DT64 – wie ein Soziales Netzwerk" Marion Brasch und Heiko Hilker über das Jugendradio DT64

21.03.2022 | "Power von der Eastside!“ war der selbstbewusste Jingle-Slogan des beliebten Jugendradios DT64, mit dem am 31.Dezember 1991 Schluss sein sollte, festgelegt im Artikel 36 des Einigungsvertrags zwischen BRD und DDR. Auf deren ehemaligem Territorium nun eine Medienlandschaft absolut adäquat der bundesdeutschen entstehen sollte, in der entsprechend für ein übergreifendes Jugendradio kein Platz vorgesehen war. Zumal bei der Vorgeschichte als ein von wesentlichen politischen Leitlinien kaum abweichender, wenn auch moderne Sounds zwischen Hitparadehöhen und Nischenniederung ausstrahlender Medien-Vertreter des nun untergehenden bzw. beitretenden Staates. Lesen Sie bitte weiter bei "Mein DT64 | Mein Erinnerungsblog" über die Ausstellung von Jörg Wagner

21.03.2022 | Tagespiegelbeitrag: Das war DT64 | Radio-Power von der Eastside!



Diese „Bilder einer Ausstellung“ mit den etwas ganz anderen Geschichten dahinter stehen am 19. März 2022 auch im Mittelpunkt einer multimedialen Zeitreise in die „Galerie in der Wilhelmine 5“. Die Idee dahinter: Der Maler Oliver-Reymond Reiland und die ehemalige Musikredakteurin Elisabeth Heller vereinen jeweilig selbst gemachte Erfahrungen zu ganz unterschiedlichen Zeiten im einstigem DDR-Rundfunk-Komplex und heutigem „Funkhaus Berlin“ in der Nalepastraße in Oberschöneweide.



27.01.2022 | "Offener Kanal Berlin" | 30 Jahre nach Abschaltung des DDR-Rundfunks trifft Rolf Gänsrich in seiner allwöchentlichen ALEX-Berlin-Sendung "OK-Beat" eine Zeitzeugin. Mit ihr spricht er über ihre damalige Tätigkeit als Musikredakteurin bei Radio DDR I und Radio aktuell. Er will von ihr wissen, wie sie die Zeit bis und seit dem Mauerfall samt Folgen empfand und erlebte:


25. 01. 2022 | Empfehlung für ein Buch - geschrieben von einem Zeitzeugen

Am Anfang stand der Buchtitel

Ehrlich gesagt, ich hatte keine Lust, hier noch einmal zu schreiben, weil mich die Beschäftigung mit der Vergangenheit maßlos aufregt. Aber dann las ich in der „Berliner Zeitung“ etwas über Elisabeth Heller und Gislinde Heidschmidts Reaktion darauf. Ich rief Frau Heller an, der ich ganz sicher im weiträumigen Komplex des Funkhauses in der Nalepastraße zig Mal begegnet bin. Aber unter den über 3.000 Rundfunkmitarbeiterinnen und -mitarbeitern kannten wir uns nicht, zumal sie bei Radio DDR I und ich im Deutschlandsender, den man 1971 in „Stimme der DDR“ umbenannte, gearbeitet habe. Also, wir trafen uns und ich übergab ihr mein 2016 im BoD-Verlag erschienenes Buch „Im Windkanal“. Das ist die Vorgeschichte zu dem, was ich hier u. a. schreibe:

"Das Schnelllebigste ist die Zeit. Man kann sie nicht anhalten. Darin liegt die Gefahr, dass vieles vergessen wird, was wichtig erscheinen mag. Ich musste mich beeilen, dieses Buch zu schreiben, weil auch ich dieser Zeitmaschine ausgesetzt bin. Als Journalist, der in der DDR aufgewachsen ist, gehöre ich zu jener Generation im Osten, die man auch 'Testgeneration' nennen kann – daher der Titel des Buches 'Im Windkanal'. Seit der einseitigen Wendezeit beschäftigt mich der missliche Umstand, dass Leute verschiedener Couleur, die die DDR gar nicht erlebt haben, glauben, 'unsere Vergangenheit bewältigen' zu können oder zu müssen. Hier schreibt ein 'Ossi' gegen das Vergessen aus seiner ganz persönlichen Erlebniswelt heraus. Vielleicht hilft das Buch, nachdenklich zu werden – das wäre mein Ziel." Zitat: Walter Vorwerk | Lesen Sie bitte weiter: Walter Vorwerk "Im Windkanal" | * Siehe ....



"Schließlich kommt es im Spätsommer 1952 zur vollständigen Abriegelung des Haus des Rundfunks in Charlottenburg und das Funkhaus Grünau übernimmt für kurze Zeit gemeinsam mit dem MDR die Rundfunkversorgung der inzwischen gegründeten DDR. Die Regierung hatte 1950 verfügt, ein eigenes zentrales Rundfunkzentrum in der Nalepastraße zu errichten, das im Herbst 1952 in Betrieb gehen kann. " Zitat von Zeitzeuge Wolfhard Besser | Der Beitrag mit der Frage danach, was aus der Berliner Regattastraße 277 wird, ist Teil der jot w.d. 1/2022er Ausgabe 305. Ein Klick auf das beigefügte Abbild lädt zum Lesen des vollständigen Artikels ein:

Ehemaliges Funkhaus – Domizil von Geheimsendern und Fernsehballett – verrottet | Bei der im Titel genannten Adresse handelt es sich nicht um das einst beliebte Grünauer Ausflugsziel Gesellschaftshaus Grünau bzw. Riviera. Das Grundstück 277 liegt etwas weiter östlich am Ende der Regattastaße. Wer als Wanderer dort vorbeikommt auf dem Weg in den Grünauer Forst oder per Straßenbahnlinie 68 in Richtung Karolinenhof/Schmöckwitz unterwegs ist, schaut auf ein ruinöses Backsteinhaus, das unter Denkmalschutz steht. Dieses einst bemerkenswerte Gebäude hat ein bewegtes Leben hinter sich ...



07.01.2022 | M - Der Medienpodcast

Ein spannendes Stückchen deutscher Hörfunkgeschichte liefert der aktuelle Medienpodcast. Im Fokus: der DDR-Radiosender DT 64. Der beliebte Jugend-Funk rang nach dem Mauerfall um seinen Erhalt. Tausende gingen im Osten Deutschlands auf die Straße – 10.000 allein am 16. November 1991 in Dresden. 1993 kam DT64 zum MDR und wurde in „Sputnik“ umbenannt. Einer der dabei war, ist Jörg Wagner, heute bekannt als Moderator des RBB-Medienmagazins bei radioeins. M sprach mit ihm über das, was in den Wendejahren geschah und was vielleicht auch hätte anders laufen können: Jugend-Radio DT64 – Propagandist und Avantgarde



3.1.2022 | Vor 30 Jahren, am 31. Dezember 1991 endete die Geschichte des Rundfunks der DDR. Wie funktionierte dort der Elitenwechsel? Mit welchen Argumentationen wurden Ostdeutsche von Leitungsfunktionen ausgeschlossen und wie wurden ostdeutsche Einrichtungen stillgelegt? Ein Erfahrungsbericht aus Berlin und Brandenburg von Frauke Hildebrandt: "Affirmative Action" im Osten | Hintergründe, Einwandstypen und Stand der Dinge

HörTipp: Zeitzeuge Jörg Wagner | Medienmagazin vom 2.1.2022: Rundfunkwende - Wie der Artikel 36 den Weg für den ORB ebnete | AL





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