Momentaufnahmen | 2022




Screenshot führt zum Filmtrailer

Subharchord - A future that never happened | Die Zukunft, die nie passierte ...

Beim "UNERHÖRT! Musikfilm-Festivial" in Hamburg feiert dieser Film endlich auch in Deutschland seine Premiere. Zuschauende werden dabei mitgenommen auf eine skurrile Reise durch Raum und Zeit, auf der Suche nach einer Zukunft, die Wirklichkeit hätte werden können.

Nach den Erfolgen der Sowjets mit dem Sputnik-Schock und Gagarin im All wollte auch die DDR ihren Beitrag zum technologischen Wettlauf zwischen Ost und West leisten – und schuf das Subharchord. Bei diesem elektronischen Gerät handelte es sich um einen Tongenerator. Sein Sound gilt heute als retrofuturistisch. In der DDR der 1950er Jahre erfunden, ist es ein Symbol für den Kampf zwischen Sozialismus und Kapitalismus im Kalten Krieg und typisch für den systemübergreifenden Optimismus der Moderne, die von der Postmoderne noch nichts ahnt. Die state-of-the-arts-Technik wurde fürs Fernsehen verwandt und in avantgardistischen Zeichentrickfilmen eingesetzt. Aber was geschah dann? Mehr als ein halbes Jahrhundert später, in unserer Gegenwart, reist Gerhard Steinke (i. B. links | Autor: "Der Raum ist das Kleid der Musik"), der ursprüngliche Initiator der Subharchordentwicklung, nach Norwegen, um eines der wenigen noch existierenden Instrumente wiederzufinden und etwas über seine Vergangenheit zu erfahren – und über seine mögliche Zukunft. Kann das Subharchord dem Vergessen entrissen werden? Siehe auch ... Am 11. November wird der Film erstmals auch beim Soundwatch-Festival in Berlin zu sehen sein.



Im Sommer 2022 kann auf ein besonderes Fundstück aus dem Jahre 1990 verwiesen werden - digitalisiert und freundlicherweise von Andreas Knedlik der Website zur Verfügung gestellt: 1990 gemeinsam auf Sendung

Möglich machte das damals noch außergewöhnliche Radioereignis Alain Forotti. War er doch seinerzeit einer der wenigen überhaupt gewesen, der als "Westler" schon damals gut vertraut war mit der Musik aus dem Osten und bereits Kontakt zum DDR-Rundfunk hatte.

Über drei Jahrzehnte später lassen ausgewählte Wort-Passagen nur noch ansatzweise erahnen, wie besonders diese erste gemeinsam moderierte Samstagabend-Unterhaltungssendung - SR1 & Radio DDR I - nach dem Fall der Mauer war.

Bernd Duszynski & Peter Niedziella | Foto: © SR | Quelle: Bernd Duszynski Memorial Page

Weblink zum YouTube-Video Top 2000 D

Aber auch in Jörg Wagners Blog "Mein DT64 | Chronik" sind weitere Fundstücke zu finden, die als Mosaiksteinchen so wichtig sind und bleiben für ein Gesamtbild. Ebenso wie auf dieser Website unter den jeweiligen "Momentaufnahmen" .

Beispielsweise verweist Jörg Wagner neben der ersten deutsch-deutschen Radio Gemeinschaftssendung am Morgen des 20.November 1989 - SFB2-Morgenecho + DT64-Morgenrock - auch auf die die "Live-Funkbrücke DT64-„Riff“, dem Jugendmagazin vom WDR Köln Uhr am 1. Januar 1990 zwischen 15:00-16:00 Uhr. Oder auch auf die erste Gemeinschaftssendung mit dem Berliner Privatsender Radio 100 am 23. Januar 1990.

Im August 1990 wurde die längste Hitparade der Welt ausgestrahlt - eine einwöchige Gemeinschaftssendung zwischen SDR 3 und DT64: Top 2000 D



Jörg Wagner - von 1987 bis 1993 Redakteur und Moderator bei DT64 - geht am 1. Juli 2022 mit einem weiteren Video auf seinem Kanal online. Er beschreibt den Inhalt so:

Was: DT64-Innenansichten vor dem Wechsel auf UKW am 01.07.1992 | Wann: 27./30.06./01.07.1992 | Wo: Funkhaus Berlin, Nalepastraße; Großer Glubigsee | Wer: DT64-Kollektiv || Weiterlesen und -schauen ...

VERGANGENHEIT trifft ZUKUNFT | 22. bis 23. Juni im Funkhaus Berlin:

Im ehemaligen "Fuhrpark" des DDR-Rundfunkzentrums und heutigen "Shedhalle" findet zwei Tage lang Europas Business-Tech-Festival statt, bei dem globale CEOs, Unternehmen, Politiker und Experten aus ganz verschiedenen Branchen zum Austausch zusammenkommen: hub.berlin

Jörg Wagner - von 1987 bis 1993 Redakteur und Moderator bei DT64 - erinnert am 20. Juni 2022 an:

Was: Kleines Making-of von “Superradio 2000 O”, einem Livehörspiel kurz vor dem Ende von Jugendradio DT64 als UKW-Radio, das die Programme vorwegnehmenderweise parodierte, die ab 01.07.1992 die DT64-UKW-Frequenzen übernahmen || Weiterlesen und -schauen ...



Sreenlink zur Website von Nils Frahm

Am 29. März, dem 88. Tag des Jahres, ist "Piano Day". In einem NDR-Interview spricht Initiator Nils Frahm - inzwischen langjähriger Mieter des Studios 3 im Produktionskomplex B des Funkhauses - über Klangfarben, das größte Klavier der Welt und warum er beim Spielen gerne mit dem Kopf wackelt: Ein Instrument für die Arche Noah

Gleichermaßen sei an dieser Stelle der Verweis darauf gestattet, dass Nils Frahm ab diesem Sommer 2022 wieder weltweit auf Tour gehen wird, um dabei seine brandneue Musik zu präsentieren, die sich zwischen den Welten von Experimental, Ambient und Electronica bewegt.

Das Funkhaus Berlin freut sich natürlich ganz besonders darüber, dass der Mieter des Studios 3 im B-Block an folgenden Terminen auch im großen Aufnahmesaal 1 gleich drei Konzerte geben wird: am 22., 23. und 24. September 2022 || Tel.: +49 561 350 296 28 - 0 | hallo@tickettoaster.de



25.03.2022 | RBB Inforadio | Beitrag von Corinne Orlowski: "Power von der Eastside! DT64": Ausstellung in der Brotfabrik

24.03.2022 | RBB Kultur | Der Tag berichtet über die Ausstellung "Power von der East­side! DT64 – Das Jugend­ra­dio und sei­ne Bewe­gung" in der Berliner Brotfabrik: "DT64 – wie ein Soziales Netzwerk" Marion Brasch und Heiko Hilker über das Jugendradio DT64

21.03.2022 | "Power von der Eastside!“ war der selbstbewusste Jingle-Slogan des beliebten Jugendradios DT64, mit dem am 31.Dezember 1991 Schluss sein sollte, festgelegt im Artikel 36 des Einigungsvertrags zwischen BRD und DDR. Auf deren ehemaligem Territorium nun eine Medienlandschaft absolut adäquat der bundesdeutschen entstehen sollte, in der entsprechend für ein übergreifendes Jugendradio kein Platz vorgesehen war. Zumal bei der Vorgeschichte als ein von wesentlichen politischen Leitlinien kaum abweichender, wenn auch moderne Sounds zwischen Hitparadehöhen und Nischenniederung ausstrahlender Medien-Vertreter des nun untergehenden bzw. beitretenden Staates. Lesen Sie bitte weiter bei "Mein DT64 | Mein Erinnerungsblog" über die Ausstellung von Jörg Wagner

21.03.2022 | Tagespiegelbeitrag: Das war DT64 | Radio-Power von der Eastside!



Diese „Bilder einer Ausstellung“ mit den etwas ganz anderen Geschichten dahinter stehen am 19. März 2022 auch im Mittelpunkt einer multimedialen Zeitreise in die „Galerie in der Wilhelmine 5“. Die Idee dahinter: Der Maler Oliver-Reymond Reiland und die ehemalige Musikredakteurin Elisabeth Heller vereinen jeweilig selbst gemachte Erfahrungen zu ganz unterschiedlichen Zeiten im einstigem DDR-Rundfunk-Komplex und heutigem „Funkhaus Berlin“ in der Nalepastraße in Oberschöneweide.



27.01.2022 | "Offener Kanal Berlin" | 30 Jahre nach Abschaltung des DDR-Rundfunks trifft Rolf Gänsrich in seiner allwöchentlichen ALEX-Berlin-Sendung "OK-Beat" eine Zeitzeugin. Mit ihr spricht er über ihre damalige Tätigkeit als Musikredakteurin bei Radio DDR I und Radio aktuell. Er will von ihr wissen, wie sie die Zeit bis und seit dem Mauerfall samt Folgen empfand und erlebte:


25. 01. 2022 | Empfehlung für ein Buch - geschrieben von einem Zeitzeugen

Am Anfang stand der Buchtitel

Ehrlich gesagt, ich hatte keine Lust, hier noch einmal zu schreiben, weil mich die Beschäftigung mit der Vergangenheit maßlos aufregt. Aber dann las ich in der „Berliner Zeitung“ etwas über Elisabeth Heller und Gislinde Heidschmidts Reaktion darauf. Ich rief Frau Heller an, der ich ganz sicher im weiträumigen Komplex des Funkhauses in der Nalepastraße zig Mal begegnet bin. Aber unter den über 3.000 Rundfunkmitarbeiterinnen und -mitarbeitern kannten wir uns nicht, zumal sie bei Radio DDR I und ich im Deutschlandsender, den man 1971 in „Stimme der DDR“ umbenannte, gearbeitet habe. Also, wir trafen uns und ich übergab ihr mein 2016 im BoD-Verlag erschienenes Buch „Im Windkanal“. Das ist die Vorgeschichte zu dem, was ich hier u. a. schreibe:

"Das Schnelllebigste ist die Zeit. Man kann sie nicht anhalten. Darin liegt die Gefahr, dass vieles vergessen wird, was wichtig erscheinen mag. Ich musste mich beeilen, dieses Buch zu schreiben, weil auch ich dieser Zeitmaschine ausgesetzt bin. Als Journalist, der in der DDR aufgewachsen ist, gehöre ich zu jener Generation im Osten, die man auch 'Testgeneration' nennen kann – daher der Titel des Buches 'Im Windkanal'. Seit der einseitigen Wendezeit beschäftigt mich der missliche Umstand, dass Leute verschiedener Couleur, die die DDR gar nicht erlebt haben, glauben, 'unsere Vergangenheit bewältigen' zu können oder zu müssen. Hier schreibt ein 'Ossi' gegen das Vergessen aus seiner ganz persönlichen Erlebniswelt heraus. Vielleicht hilft das Buch, nachdenklich zu werden – das wäre mein Ziel." Zitat: Walter Vorwerk | Lesen Sie bitte weiter: Walter Vorwerk "Im Windkanal" | * Siehe ....



"Schließlich kommt es im Spätsommer 1952 zur vollständigen Abriegelung des Haus des Rundfunks in Charlottenburg und das Funkhaus Grünau übernimmt für kurze Zeit gemeinsam mit dem MDR die Rundfunkversorgung der inzwischen gegründeten DDR. Die Regierung hatte 1950 verfügt, ein eigenes zentrales Rundfunkzentrum in der Nalepastraße zu errichten, das im Herbst 1952 in Betrieb gehen kann. " Zitat von Zeitzeuge Wolfhard Besser | Der Beitrag mit der Frage danach, was aus der Berliner Regattastraße 277 wird, ist Teil der jot w.d. 1/2022er Ausgabe 305. Ein Klick auf das beigefügte Abbild lädt zum Lesen des vollständigen Artikels ein:

Ehemaliges Funkhaus – Domizil von Geheimsendern und Fernsehballett – verrottet | Bei der im Titel genannten Adresse handelt es sich nicht um das einst beliebte Grünauer Ausflugsziel Gesellschaftshaus Grünau bzw. Riviera. Das Grundstück 277 liegt etwas weiter östlich am Ende der Regattastaße. Wer als Wanderer dort vorbeikommt auf dem Weg in den Grünauer Forst oder per Straßenbahnlinie 68 in Richtung Karolinenhof/Schmöckwitz unterwegs ist, schaut auf ein ruinöses Backsteinhaus, das unter Denkmalschutz steht. Dieses einst bemerkenswerte Gebäude hat ein bewegtes Leben hinter sich ...



07.01.2022 | M - Der Medienpodcast

Ein spannendes Stückchen deutscher Hörfunkgeschichte liefert der aktuelle Medienpodcast. Im Fokus: der DDR-Radiosender DT 64. Der beliebte Jugend-Funk rang nach dem Mauerfall um seinen Erhalt. Tausende gingen im Osten Deutschlands auf die Straße – 10.000 allein am 16. November 1991 in Dresden. 1993 kam DT64 zum MDR und wurde in „Sputnik“ umbenannt. Einer der dabei war, ist Jörg Wagner, heute bekannt als Moderator des RBB-Medienmagazins bei radioeins. M sprach mit ihm über das, was in den Wendejahren geschah und was vielleicht auch hätte anders laufen können: Jugend-Radio DT64 – Propagandist und Avantgarde



3.1.2022 | Vor 30 Jahren, am 31. Dezember 1991 endete die Geschichte des Rundfunks der DDR. Wie funktionierte dort der Elitenwechsel? Mit welchen Argumentationen wurden Ostdeutsche von Leitungsfunktionen ausgeschlossen und wie wurden ostdeutsche Einrichtungen stillgelegt? Ein Erfahrungsbericht aus Berlin und Brandenburg von Frauke Hildebrandt: "Affirmative Action" im Osten | Hintergründe, Einwandstypen und Stand der Dinge

HörTipp: Zeitzeuge Jörg Wagner | Medienmagazin vom 2.1.2022: Rundfunkwende - Wie der Artikel 36 den Weg für den ORB ebnete | AL





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