Überblick | DDR Rundfunkzentrum Nalepastraße





Nalepastraße 10-50 | Zweifach-Klick zur Vergrößerung der Collage


Blick zum früheren Eingang des ehemaligen Rundfunkzentrums der DDR | Privataufnahme


Block A

Im Erdgeschoss waren das zentrale Musikarchiv und die Zentralkartei untergebracht sowie eine kleine Poststelle und Sparkasse. Im ersten Obergeschoss des fünfgeschossigen Hauptgebäude des A-Blocks befanden sich die Programmproduktion und Sendebetrieb vom Sender Stimme der DDR - "Deutschlandsender" (heute "Deutschlandradio Kultur" im ehemaligen RIAS-Gebäude im Westteil der Stadt). Ebenso hatte dort der Auslanddienst Radio Berlin International seinen Sitz. Abgewickelt wurde dieser Sender bereits am 2. Oktober 1990.



Die Räume im Obergeschoss waren u. a. den diversen Redaktionen sowie der Leitung des Hauses vorbehalten, die nicht zuletzt im so genannten Pillensaal zu Versammlungen und Konferenzen einlud.




Block B

Im Produktionskomplex B befanden sich u. a. das Geräuschearchiv, befinden sich bis heute die Säle 1-4,die Hörspielkomplexe H1 und H2


Archivaufnahmen | Bundesarchiv: Horst Storm + Christian Schubert


Dieser einzigartige Studiokomplex war gedacht für die Musik- und künstlerischen Wortproduktionen. Sensitiv-Collage:


H1

H2

Saal 4

Saal 3

Saal 2

Saal 1


Im Produktionskomplex B befanden sich u. a. auch das Geräuschearchiv neben den sich heute dort befindlichen Säle 1-4 und ehemaligen Hörspielstudios H1 und H2




Zeitzeuge Gerhard Steinke 2017:
"Es ist der größte zusammenhängende Komplex von Aufnahmestudios höchster Qualität (speziell seinerzeit für Rundfunk und Schallplatte) in Europa, darunter der größte und von vielen bedeutenden Künstlern und Orchestern weltweit als akustisch bester Saal eingeschätzte Aufnahmeraum eins." | Musikprofis über Saal 1

Ausführliche Dokumentationen zum gesamten Produktionskomplex finden Sie im Buch "Der Raum ists das Kleid der Musik".





Block C

Im ebenfalls sehr kompakten Block C waren die sozialen und kulturellen Einrichtungen untergebracht.

Dazu gehörten u.a.:

1. im Erdgeschoss der

Küchentrakt, Speisesaal bzw. Kantine, Milchbar

2. im Obergeschoss

Bücherei, Kultursaal (Saal5), Friseur, Teil der Betriebspoliklinik


2016 | Fotos: © Elisabeth Heller


Block D

Im Erdgeschoss hatten sich der Kraftfahrpark und die mobile Übertragungstechnik angesiedelt. Daneben befand sich eine HO-Lebensmittel-Verkaufsstelle; im Obergeschoss zusätzliche Räume der Betriebspoliklinik.


Blick auf Block D | Blick auf Block C mit Milchbar im Erdgeschoss


Block E-T

Dieser inzwischen zwar noch sichtbare, aber seit Jahrzehnten nicht mehr genutzte, dem Verfall preis gegebene Technikkomplex* beinhaltete alle Räumlichkeiten, die für die Programmproduktion und dem Sendebetrieb* folgender Sender unerlässlich waren:

1. Berliner Rundfunk, der sich nach der Wende privatisierte *
2. Radio DDR I - nach dem Mauerfall 1990 umbenannt in Radio Aktuell (abgewickelt am 31.12.1991)
3. Radio DDR II (abgewickelt 15.06.1990)
4. Jugendradio DT64 *

Nach der Abwicklung:
1. Rockradio Brandenburg "Fritz"
2. Radio Brandenburg


Trabi-Zeit und 2003 und heute | 2016 | Fotos: © Elisabeth Heller


Weiterführende Informationen:

Momentaufnahmen 60er Jahre | Anmerkungen zu Block E-T | Wikipedia-Eintrag über den Rundfunk der DDR | Filmdokumentation | DT64 - Rock'n Roll und FDJ | Filmdokumentation | Funkstille




Block E-R

Im einstigen Redaktionskomplex befanden sich im Erdgeschoss die Räume der Programmproduktion. In den Obergeschosse eins bis vier die der einzelnen Redaktionen (siehe Technikkomplex).

Aus Befragungen erfuhr Zeitzeuge Wolhard Besser auch erst später, dass sich ein "Kellerstudio" unter dem Block E befand. Dort, wo es schon immer für alle sichtbar, eine nicht bezeichnete Stahltür gab, die demnach ins Ersatzstudio führte. Eines, welches nur für den Katastrophenfall gedacht war, um anfänglich die Rundfunkversorgung sicher zu stellen. Für den Kriegsfall war ein Studio in den Rauenschen Bergen eingerichtet worden. Dort hätte sich auch der Stab der NVA befunden: im so genannten "Fuchsbau", den schon die Wehrmacht errichtet hatte. Nach der Wende soll wohl Bundespräsident Weizäcker diese Kommando-Zentrale besichtigt haben.

Ebenfalls unter dem Block E befanden sich die "Sockel-Klause" und "Versorgungsgang" mit Material-Ausgabe u. ä..




Block F

In diesen Häusern befand sich die Betriebsfeuerwehr bzw. "Feuerwache" und der Betriebsschutz.




Block G

Ein damaliger Neubau hinter einer Baracke war als Verwaltungsgebäude gedacht. Nach der Abwicklung 1991 waren hier auch nur wenigen Etagen die Redaktionsräume für Rockradio Brandenburg "Fritz" und Radio Brandenburg eingerichtet worden.

U. a. mit der Kulturwelle Radio Brandenburg mit Chefredakteur Christoph Singelnstein, der Redaktion Zeitfunk mit Manfred Füger, dem Beauftragte von West-ARD-Anstalten, der den ORB in der "neuen Radioarbeit" unterstützen sollte. Die jeweils aktuell arbeitende Redaktionen hatten laut subjektiver Erinnerung ihren Sitz imAnbaudes E-Blocks, in dem sich auch das zweite Musikarchiv befand. Zuvor war dieser Großraum mit Sekretariat der Arbeitsraum von Radio DDR-Zeitgeschehen, Magazin am Nachmittag /Aktuelle Politik am Wochenende, Redaktions- und CvD-Raum."

Ihre Sendestudios befanden sich nach wie vor in E-T. Dort vermutlich in K11 oder K9.


2016 | Blick auf den Block G und Baracke | Fotos: © Elisabeth Heller


Baracken

Zwei Barackendirekt neben dem Haupthaus A (siehe SkizzenCollage oben) waren für begrenzte Zeit das Zuhause der Musikredaktionen des Senders Radio DDR I und DDR II. Anfang der 80er des letzten Jahrhunderts wurden sie bereits abgerissen.


Anno 2010 | 2016 | Fotos: © Elisabeth Heller


Die bis dort angesiedelten Musikredaktionen zogen daraufhin in Baracken zwischen den Blöcken A, F und E (gegen Ende dann in die Räume des E-Blocks). In einer dieser Baracken befand sich auch ein Buchladen.


Rechts: Reste der Rundfunkakademie-Baracken um 2003


In Baracken hinter dem Block F waren nach der Wende - wenn die Erinnerung nicht täuscht - teils Redaktionen von DT64 untergebracht. Ebenso aber auch Räume für Physiotherapie und Verwaltungen.



2010: Reste der einstigen Rundfunkakademie aus verschiedenen Perspektiven


Quelle: Hausarchiv | Überblicksskizze Block B in Anlehnung an eine Skizze aus dem Buch "Der Raum ist das Kleid der Musik" von Gerhard Steinke und Gisela Herzog, Seite 23



Fotos: Elisabeth Heller - aufgenommen 2010 und 2015 | ein Collagenfoto Christian Henke | historische Fotos entstanden kurz vor und nach der Rundfunkabwicklung ||| Wie die Gebäudeblöcke A bis D, die bis heute zu den denkmalgeschützten Bereich gehören, noch VOR dem neuen Besitzer beworben wurden, erfahren Sie unter: "Alte Prospekte" ||| Wie derzeit insbesondere die Blöcke A und C von den neuen Mietern genutzt werden, wird u. a. auch nachvollziehbar beim Besuch der Partner-Site ArtFunkhaus. Grundsätzlich aber erfahren Sie im wachsenden Maße auf der offiziellen Website des neuen Investors Uwe Fabich jeweils Aktuelles sowie Fotomaterial.





Die Herausgeberin der Zeitreisen-Webpräsenz freut sich über Zeitzeugen*innen, die peu à peu helfen, die Seiten dieses Online-Portals mit historischen Dokumenten auch weiterhin zu füllen. || Entgegen genommen werden bereits aufbereitete digitalisierte Beiträge unter Einhaltung des Datenschutzes. || Stationen der virtuellen Zeitreise