Wie die Westmusik ins Ostradio kam




Radiogeschichten von Wolfgang Martin

Ein Berufsstand mit überaus facettenreichen Seiten wurde bisher kaum gewürdigt: die der Musikredakteur*innen im DDR-Funk und Fernsehen. Umso erfreulicher ist es, dass Wolfgang Martin in seinem neuen Buch von solcher Arbeit erzählt, nachdem er bereits Bücher über die Musiker Dieter Birr und Holger Biege veröffentlichte.

Leser*innen nehmen Anteil an seinen Erlebnissen als Musikredakteur, Reporter und Moderator im Rundfunk der DDR, in denen er u. a. die großen Ost-Rock-Stars wie die Puhdys, die Gruppen Renft, Silly, Omega aus Ungarn oder Niemen aus Polen kennenlernte. Gleichermaßen erfahren sie vom Verfasser des Buches, welche West-Künstler*innen er für seine jeweiligen Sendereihen in den 70er Jahren bereits interviewte. Um nur einige wenige zu nennen: ABBA, José Feliciano, Status Quo oder auch Alexis Korner.

Am 10. September 2020 nun stellte Ulf Drechsel, der bis Ende 1991 Redakteur und Moderator beim „Jugendradio DT 64“ war, erstmals das neue Buch von Wolfgang Martin im Berliner Kesselhaus vor. Musikalisch umrahmt wurden dabei die Gespräche und Lesungen vom Sänger Manuel Schmid am Keyboard. Am Ende der rundum gelungenen Veranstaltung - unter den Gästen im Kesselhaus befanden sich auch Dieter Birr, Georgi Gogow und Frank Schöbel - betonte Ulf Drechsel noch einmal, dass man Musik nur mit Leidenschaft machen kann. Und wenn man Leidenschaft für Musik empfindet und dann auch noch zum Radio geht, kann man auch diesen Job, diese Arbeit nur mit absoluter Leidenschaft machen, ansonsten macht es niemanden Spaß. Weder einem selbst, noch den Hörer*innen. Und wenn man dann als einer wie "Wölfi" so viele erlebte Geschichten zwischen zwei Buchdeckel bringt, ist das noch mal wie ein Déjà-vu für diese Momente der Leidenschaft. In diesem Sinne wurde noch einmal die Einladung ausgesprochen, die Chance wahrzunehmen, auf eigene Art und Weise zum im Buch Beschriebenen die eigenen Erinnerungen hinzuzufügen.

Wer nicht das Glück hatte, vor Ort sein oder den Abend am Bildschirm verfolgen zu können, dem sei das von rockradio.de ins Netz gestellte Video empfohlen: Livestream von Klaus Schnabel-Koeplin | Ofiizieller Gesprächsbeginn bei Teil 1 ab Minute 00:16:40  | bei Teil 2 ab Minute 01:33:14..

Bei Klick auf das Buchcover öffnet sich der ausgekoppelte Gesprächs- und Leseteil des Abends. Die von Manuel Schmid an diesem Abend zu Gehör gebrachten Songs sind im Original abrufbar bei Spotify:

Erschienen im September 2020 beim Verlag "Bild und Heimat": "Wie die Westmusik ins Ostradio kam" || Verweise auf einen Beitrag von Sophia-Caroline Kosel vom 21.09.2020: Westmusik im Ostradio: Ein Date mit dem Platten-Schmuggler sowie auf ein Interview von Birgit Walter mit Wolfgang Martin | 22.09.2020: Wie der DDR-Rundfunk sich bei der Westmusik bediente




Musikredakteur*innen im Rundfunk der DDR

Ein Jahrzehnte alter Beitrag aus einer DDR-Rundfunkzeitung (Privatarchiv) beschreibt beispielsweise - das auch nur ausschnittsweise - die allumfängliche Arbeit der Musikredakteurin Marlene Reiche.

In drei sehr ausführlichen Gesprächen kommen drei weitere Musikredakteur*innen ganz direkt zu Wort. Der Buchautor Wolfgang Martin, der bei "Stimme der DDR" und "DT64" agierte sowie Elisabeth Heller und Siegfried Jordan, die beide in der Musikredaktion von "Radio DDR I" arbeiteten || Siehe auch: Musikredakteur*innen im DDR-Rundfunk




Bildlink | LeseProbe von Constanze Suhr

Der Klang des Ostens"

... so der Beginn einer Kapitelüberschrift eines Buches, welches gerade auch an dieser Stelle empfohlen werden darf: „Der Platz“ von Constanze Suhr. Allein zwei weitere Kapitel daraus mit den Überschriften „Immer unterwegs in Sachen Amiga: Besuch bei Jörg Stempel“ oder auch „Der letzte A&R-Chef von Amiga: Besuch bei Matthias Hoffmann“ lassen zumindest ansatzweise erahnen, warum.

Die sehr interessante und berührende Publikation der KungerKiezInitiative e.V. kann in jeder Buchhandlung bestellt werden. Details: „Der Platz – Geschichten um einen ehemaligen Todesstreifen in der Berliner Innenstadt“, © Constanze Suhr (HG), ISBN 978-3-98-20856-7-8.



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